ZIELE WEGE UNRUHE

15 Jahre Winterhuder Reformschule (WI*R) in Hamburg, 50 Winterhuder Gespräche, Verabschiedung der WI*R-Schulleiterin Birgit Xylander – drei Anlässe, eine Festschrift: Ziele – Wege – Unruhe.

Auf 155 Seiten gibt das Buch einen Überblick über wichtige Ansätze der Reformpädagogik (z. B. altersgemischte Lerngruppen, projektorientiertes und eigenverantwortliches Lernen). Namhafte WissenschaftlerInnen kommen ebenso zu Wort wie Lehrkräfte und SchülerInnen der Winterhuder Reformschule sowie WegbegleiterInnen der Schule aus dem In- und Ausland. Die Festschrift spiegelt thematisch auch die Bandbreite der „Winterhuder Gespräche“ wider, unserer Vortragsreihe zur Reformpädagogik, die wir seit 2003 veranstalten.

Sie erhalten das Buch für 15,- € im Schulbüro, die Bestellung über den Buchhandel ist in Vorbereitung. ISBN: 978-3-00-061742-3

Ist der Wille ein menschliches Konstrukt?

Aufruf zur Teilnahme am Philosophie-Wettbewerb „Essay des Jahres“ 2018. Schreibe ein Essay zum Thema „Ist der Wille ein menschliches Konstrukt?“.

Formale Voraussetzungen
Lesbarkeit, Kopierbarkeit, Umfang beliebig
Inhaltliche Voraussetzungen
Eigenständigkeit der Gedankenführung und der Formulierung
Teilnahmeberechtigung
Alle zum Zeitpunkt der Preisverleihung in die StS Winterhude eingeschriebenen Mitglieder der Oberstufe

  1. Preis: 150 EUR
  2. Preis: 100 EUR
  3. Preis: 50 EUR

Die Preise werden vom Förderverein WI°R – Freunde und Förderer der Winterhuder Reformschule e.V. gestiftet

Anmeldung bis 25. März 2018: Mail an s.fuelster@gmx.de

Abgabe bis 22. Mai 2018, 16 Uhr bei Sandra Fülster (Fach im Oberstufenhaus oder Mail)

Preisverleihung: Ende Juni 2018

Edunautika

das, was als spontane Idee beim letzten Winterhuder Gespräch (#49 Hilferuf Digitalisierung) entstand, wird nun in die Tat umgesetzt:
Zusammen mit der Agentur „Jöran und Konsorten“ und der Max Brauer Schule veranstaltet die Winterhuder Reformschule am 6. und 7. April 2018 das Barcamp

Edunautika

Diese Einladung richtet sich an alle, die Schule neu und anders denken und die Spaß an Schulentwicklung im Zusammenhang mit digitalen Medien haben. Wir wollen mit digitalen Medien nicht nur Unterricht optimieren, sondern uns darüber austauschen, wie ein gewinnbringender Einsatz von digitalen Medien im individualisierten Unterricht gelingen kann.

Siehe Termine

Digitalisierung optimiert alte Pädagogik – ein Hilferuf an die Reformschule(n)

Wir schreiben 2018. Die Forderung „Schule mehr digital!“ ist allerorten. Politik und Wirtschaft, Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern, Journalisten und Stiftungen sind sich plötzlich seltsam einig.

Digital ist nicht besser. Zumindest nicht automatisch. Weiterlesen „Digitalisierung optimiert alte Pädagogik – ein Hilferuf an die Reformschule(n)“

Winterhuder Gespräch #48

Lars Ziervogel: Digitale Medien im Unterricht

Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich mit digitalen Medien auf: Smartphone, Tablet oder Notebook prägen zunehmend den Alltag von Schülerinnen und Schülern. Digitale Medien bieten viele Chancen- auch für das individuelle und eigenverantwortliche Lernen. Schulen stehen dabei vor der Herausforderung, die Schülerinnen und Schüler zu einem selbstbestimmten und kritischen, aber auch zu einem produktiven und kreativen Umgang mit digitalen Medien zu befähigen.

Näheres siehe Termine

Alles was Saiten hat…

nach den Herbstferien startet an der Wi’R ein neues MuBa-Angebot: eine
Gruppe für Streicherinnen und Streicher: Geigen, Bratschen, Celli –
alles was Saiten hat, ist herzlich willkommen!

Es gibt eine Lehrerin, einen Raum und eine Zeit:

*Montag spät vormittags eine Stunde bei Frau Beatriz Pavlicenco.*

Die Kosten werden laut den MuBa-Kursbedingungen zwischen 23 und 33
Euro pro Monat liegen, je nachdem, wie viele Kinder mitmachen. Also
wenn Sie jemanden kennen, der jemanden kennt… Bitte weitersagen!

Das Angebot richtet sich im Prinzip an alle Altersgruppen,
Primarstufe, 5-7, 8-10, Oberstufe, einfach vorbeikommen und schauen,
wie sich die Gruppe formiert.

Bei Interesse melden Sie sich bitte möglichst umgehend bei Herrn
Oliver Meyer-Krahmer: mail@olivermeyer-krahmer.de

Definition eines Zieles

Beim Wandern im Allgäu folgte ich Wegweisern, auf denen die Zielorte mit Minutenangaben stehen. Anhand dieser Art der Zieldefinition möchte ich zwei unterschiedliche Möglichkeiten für die Definition eines Zieles veranschaulichen und damit zwei pädagogische Konzepte vergleichen.

Foto Der „40 min“-Weg
Der „40 min“-Weg

Als Schule kann ich vorgeben, dass ein bestimmtes Ziel mit einer vorgegebenen Methode und in einer festgelegten Zeit erreicht werden soll. Das ist hier im Beispiel-Bild der Ort Hohenegg, der in 40 Minuten zu Fuß erreicht werden soll. In der Schule wäre dies etwa ein Mathetest, der am Stichtag X zu mindestens 50% bestanden werden muss.

Außerdem kann festgelegt werden, dass alle zur gleichen Zeit losgehen sollen. Damit hat ein Lehrer den Vorteil, dass er die Erreichung des Ziels gut vergleichen kann. Er kann sehen, dass XY 35 Minuten gebraucht hat, ZZ 48 Minuten und YY 52 Minuten. Er und alle Beteiligten, d. h. auch die Schülerin und die Eltern können die erbrachte Leistung vergleichen und gegebenenfalls sogar eine Rangfolge erstellen. Es findet eine Orientierung am Durchschnitt statt, man sieht ob jemand über oder unter der Norm ist. Die 40 Minuten Normzeit sind durch Tests und Bildung eines Mittel- oder Mindestwertes ermittelt worden.

Foto „1,5 km“-Weg
„1,5 km“-Weg

Eine alternative Möglichkeit der Zieldefinition kann es sein, nicht die Zeit und Methode vorzugeben, sondern lediglich die Richtung und Entfernung. Jede Schülerin kann außerdem zu einem anderen Zeitpunkt starten und ankommen (Hohenegg liegt 1,5km in der angegeben Richtung entfernt, man überquert vermutlich den Iberg, der Eistobel ist noch weiter entfernt).

Wenn jede Schülerin individuell gehen kann, orientiert sie sich an den eigenen Möglichkeiten. Für XY sind 40 Minuten oder auch 35 Minuten sehr einfach zu erreichen, die Lehrerin könnte ihm anregen, den Weg in 32 Minuten zu schaffen. Wenn YY 52 Minuten gebraucht hat, kann die Lehrerin fragen, woran es gelegen hat und erfährt möglicherweise, dass es spannende Dinge am Wegesrand zu entdecken gab. Es könnte auch sein, dass die 52 Minuten eine großartige Leistung sind, denn die vorgegebenen Fähigkeiten hatten die Zielerreichung gar nicht vermuten lassen. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler sind nicht mehr direkt miteinander vergleichbar, es stellt sich möglicherweise sogar die Frage „Wo sind sie?“

Die Reformpädagogik orientiert sich an der „1,5km-Weg“ Methode. Im Leitbild der Winterhuder Reformschule heißt es: „Grundsätzlich ist das einzelne Kind, bzw. der/die einzelne Jugendliche in seinem/ihrem einmaligen Weltzugang der Bezugspunkt des pädagogischen Handelns“
Die Vergleichbarkeit und die Rangfolge ist nicht entscheidend „…wir müssen es aushalten, dass die Kinder mitunter Zick-zack-Wege gehen, dass sie vielleicht Fehler machen, dass sie auf einmal ganz andere Ideen haben, die wir als Lernbegleiter gar nicht sofort nachvollziehen können, aber vielleicht ist das ein neuer kreativer Weg!“ sagte Martin Heusler.


Rainer Licht

Stichworte: